Aktuell

Die Geschichtswerkstatt Dorfen hat sich seit einiger Zeit um einen besseren Zustand des Stadtarchivs Dorfen bemüht.
Dazu führten wir Gespräche mit dem Bürgermeister und dem Stadtarchivar. Unsere Vorschläge wurden leider nicht aufgegriffen.
Deshalb haben wir uns nun mit einem offenen Brief an den Bürgermeister und die Stadträte gewandt.
 
 
Der Dorfener Anzeiger und die Erdinger Süddeutsche Zeitung berichteten darüber.

Presseartikel zum Film in der Süddeutsche Zeitung: Welch ein Leben!

Peter B. Heim, mit dem uns eine langjährige Zusammenarbeit verbindet, hat ein lesens – und empfehlenswertes Buch über Kurt Hirsch geschrieben. Und Schorsch Wiesmaier eine Rezension darüber, die hier nachzulesen ist.

Schillo Verlag
336 Seiten
18,00 Euro
ISBN: 978-3-944716-48-0

Zu den vielen weitgehend vergessenen Opfern der NS-Herrschaft gehören auch die Frauen, die „Verbotenen Umgang“ mit Zwangsarbeitern hatten.

Was unter diesem Begriff zu verstehen ist, beschreibt Peter B. Heim in dem Text „Verletzung des gesunden Volksempfindens: Über deutsche Frauen und Zwangsarbeiter aus der Fremde im Dritten Reich“.

Über eine dieser Frauen, Antonia P. (Name und Ortsangaben sind geändert) hat Peter B. Heim eine Geschichte geschrieben.

Antonia B., schwanger von einem französischen Kriegsgefangenen, wurde denunziert, danach mit geschorenen Haaren durch Dorfen getrieben - und für ihr „Vergehen“ zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

Die Geschichte ist hier nachzulesen.

Und hier als Lesung des Autors anzuhören:

 

Wir wissen bisher von etwa 20 Frauen aus dem Landkreis Erding, die ein ähnliches oder noch schlimmeres Schicksal als Antonia B. erlitten haben. Nach und nach werden wir die Geschichten einiger von ihnen erzählen.  

Die Oma aus Luxemburg war in Dorfen  beim Reichsarbeitsdienst zwangsverpflicht. 80 Jahre später besuchen die Enkel die Dorfener Geschichtswerkstatt. Florian Tempel berichtet darüber:

"Aus Luxemburg zum Arbeitsdienst nach Dorfen" -  Süddeutsche Zeitung vom 27.5.2022

Wie kam der Davidstern nach Dorfen?

„Dorfen ist bunt“ auf den Spuren jüdischer Displaced Persons*

 

Unter diesem Titel veröffentlichte das Dorfener Aktionsbündnis Dorfen ist bunt 2015 seine Forschungen zu jüdischen Überlebenden des Holocaust, die in den Nachkriegsjahren in Dorfen – wie in manch anderen Orten Bayerns, vor allem im Südosten – ihre Zeit in Deutschland bis zu einer möglichen Ausreise verbringen mussten. Dabei lebten in Dorfen ein Teil – ca. 50 Personen – in einer sog. „Hachschara“, in einer Gemeinschaft mit gemeinsamer Verpflegung, landwirtschaftlichem Unterricht, religiöser Unterweisung mit Blick auf die Emigration nach Palästina. Der weitaus größere Teil war untergebracht in Privaträumen Dorfener Bürger. Das Jüdische Komitee mit Sitz im Jakobmayer-Gebäude war Dreh- und Angelpunkt der jüdischen Community: An- und Abmeldungen des Wohnsitzes wurden hier registriert, eine Suppenküche, ein Gebetsraum und die Ausgabe täglicher Gebrauchsgüter waren hier verortet. Die historischen Wandzeichnungen im Treppenhaus, 2011 bei der Renovierung des Gebäudes entdeckt - Davidstern und Menora – zeugen von dieser Zeit.

Dank der zunehmenden Digitalisierung der Arolsen Archives (bis 2019 unter dem Namen ITS bekannt) wurde es möglich, die Namenslisten der „Dorfener“ DPs weitgehend zu komplettieren und um neue Erkenntnisse über einzelne Personen und Familien zu erweitern.

Die Co-Autoren der Buchveröffentlichung, Doris Minet und Monika Schwarzenböck, haben nun zu fast vierhundert damaliger jüdischer DPs ein alphabetisches Verzeichnis erstellt mit den derzeit bekannten biographischen Angaben, die sie aus verschiedenen Quellen zusammengeführt haben, einschließlich der damaligen Adressen und der heutigen, meist geänderten Hausnummern.

Trauungen und Geburten der Kinder, Anträge verschiedener Art, Ausreise oder Existenzgründung in Deutschland sind in sieben gefüllten Ordnern nachzulesen.

Wer sich für die Geschichte Dorfens interessiert, für Überlebende der  sog. „Endlösung“ und ihre erschütternden Wege bis Dorfen und von dort in die Welt, für Zusammenhänge und persönliche Geschichten von Menschen in schwierigsten Zeiten, für frühere Bewohner des eigenen Hauses ist eingeladen, die Unterlagen einzusehen.

Wer auf der Suche ist nach bestimmten Personen oder Themen, dem sind die Autorinnen gern behilflich.

Anfragen über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 * Hrsg. Dorfen ist bunt, Autoren: Monika Schwarzenböck, Doris Minet,  Adalbert Wirtz, Elisabeth Wirtz; 160 Seiten, 12.80

erhältlich im Rathaus Dorfen/ Bürgerbüro, in der Dorfener Buchhandlung und im Museum Erding.

 Für den Eintrag: Monika Schwarzenböck

Heinar Kipphardt wäre am 8. März 2022 100 Jahre alt geworden.

Dieses Datum nehmen wir zum Anlass, um an den bedeutenden Schriftsteller zu erinnern.

2019 hat der Kreisverband Erding der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) an Maria Brand für ihre herausragende Flüchtlingsarbeit erstmals den Heinar-Kipphardt-Preis verliehen.

Siehe nachfolgende Berichte:

Süddeutsche Zeitung

Erdinger Anzeiger

Coronabedingt haben wir die Preisverleihung in den letzten Jahren ausgesetzt.

Schorsch Wiesmaier und Peter B. Heim erinnern anlässlich des 100. Geburtstages von Heinar Kipphardt in einem Gespräch an Leben und Werk des Autors:

 

Und hier noch etwas zum Nachlesen über Heinar Kipphardt:

 

Von 1972 bis zu seinem Tod 1982 lebte Heinar Kipphardt mit seiner Familie in Angelsbruck, einem Weiler in der Nähe von Reichenkirchen. Dort schrieb er u.a. den Roman „März“, den Lyrikband „Angelsbrucker Notizen“ und das Schauspiel „Bruder Eichmann“, dessen Uraufführung er nicht mehr erlebte. Bereits zu Beginn der 1960er Jahre hatte er mit dem Theaterstück „In der Sache J. Robert Oppenheimer“ weltweit Erfolg. Auch hier stand die Frage nach Verantwortung und Moral des Individuums im Vordergrund. Heinar Kipphardt war ein unbequemer, weil politischer Schriftsteller. In einem Interview sagte er: „Mich quält der Zustand, dass Leute zu der Verwirklichung ihrer Selbstentwürfe nicht kommen. Dass ihre Möglichkeiten so zerstört werden. Natürlich ist da im Kopf so etwas wie die Utopie von einer brüderlichen Gemeinschaft schöpferischer Wesen. Eine Gemeinschaft der Gleichen ohne Zwänge.“

 

Kürzlich gab es auch zwei Artikel zu 100 Jahre Heinar Kipphardt:

Süddeutsche Zeitung

Erdinger Anzeiger

Seit kurzem ist die Geschichtswerkstatt Dorfen ein eingetragener Verein. Das heißt, ab sofort ist es möglich, Mitglied in der Geschichtswerkstatt zu werden. Einfach Aufnahmeantrag ausfüllen und an uns schicken:

Peter Willim, Richard-Wagner-Ring 37, 84405 Dorfen.

Von der kürzlich erfolgten Vereinsgründung haben Süddeutsche Zeitung sowie der Erdinger Anzeiger berichtet.

 

Die Geschichtswerkstatt Dorfen hat sich am 28. September als Verein konstituiert. Dieser Schritt war nötig, um die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen. Der Vorstand ist dabei, die Gemeinnützigkeit zu beantragen. Weitere Informationen dazu folgen.

 

Der Vorstand (von links: Bettina Kronseder, Beisitzerin; Doris Minet, stellv. Vorsitzende; Peter Willim, Kassier; Heidi Oberhofer-Franz, Vorsitzende; Schorsch Wiesmaier, Vorsitzender; Hans Elas, stellv. Vorsitzender; Monika Schwarzenböck, Beisitzerin)

Er war der Sohn eines Oberdorfener Lehrers, Rechtsberater Hitlers, enger Mitarbeiter von Goebbels, Spitzenagent der Nazis und nach dem Krieg Mitglied des Bayerischen Senats.

Die Geschichtswerkstatt ist den Spuren Weißauers gefolgt. Mehr dazu im Presseartikel von Florian Tempel in der Süddeutschen Zeitung vom 9.7.2021:

 

Biografische Recherche - Gebildet, elegant und Nazi - Erding - SZ.de (sueddeutsche.de)

 

Rede von Schorsch Wiesmaier am 8. Mai 2021 in Erding über die Erhängung eines polnischen Zwangsarbeiters im Sommer 1942 in einem Wald in der Nähe von Dorfen:
 
 
 

Was hat eigentlich der im Landkreis Erding hoch geachtete Journalist und Heimatforscher, Eugen Press, während der Nazizeit gemacht? Schorsch Wiesmaier, einer der Initiatoren der Geschichtswerkstatt, hat genauer hingeschaut.

Presseartikel im Erdinger Anzeiger vom 8. Mai 2021

Ein Thema, an dem die Geschichtswerkstatt gerade arbeitet, betrifft die Zwangsarbeiter*innen in und um Dorfen. Einige Ergebnisse sind folgendem Artikel von Michaele Heske (Dorfener Anzeiger) zu entnehmen.

Presseartikel im Dorfener Anzeiger vom 7. Mai 2021

Der Tassilo-Preis ist ein Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung, der alle zwei Jahre verliehen wird.

Zum Artikel.

 
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